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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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halb hätte ſie dieſelbe mit nicht geringerer Freude aus des Heilands Händen wieder empfangen. Doch weder der Hei⸗ land, noch ein wunderthätiger Prophet wandelte jetzt auf Erden, ſondern deſto mehr Franzoſenvolk, welches an dem Mark der geknechteten Deutſchen zehrte. Hülfeheiſchend blickte die alte Frau auf gen Himmel. Da ſah ſie unter dem Dachrande des gegenüber ſtehenden Hinterhauſes vier junge Schwalben die kleinen Köpfe ans dem Reſte hervor⸗ ſtecken und die Schnäbel weit aufſperren. Und die Schwal⸗ benmutter vertheilte die herzugetragenen Broſamlein der Reihe nach in die begehrlichen Hälſe ihrer Jungen, wobei ſie unermüdlich ab⸗ und zuflog. Und nachdem ſie den Hunger der Ihrigen geſtillt hatte, ſetzte ſie ſich auf den unterſten Ziegel des Dachrandes und ſang leiſe und lieblich den Jungen ein Liedlein vor.

Darauf beſtand die Großmutter einen harten Kampf mit ſich ſelbſt, aus welchem ſie zuletzt als Siegerin hervor⸗ ging, wiewohl derſelbe keine Freude bereitete. Sie wuſch und kleidete ihre beiden Enkel, ſo wie ſich ſelbſt, auf das Reinlichſte und Beſte, dann ſprach ſie zu den beiden Kindern mit gepreßter Stimme:Seid hübſch artig und antwortet höflich, wenn man euch fragt. Außerdem ſeid ihr ſtill. Wir wollen zu dem Herrn Oberbürgermeiſter gehen.

Die Kinder wußten nicht, was und wer ein Oberbürger⸗ meiſter ſei, daß es ſich aber um etwas ganz Außerordent⸗ liches handle, erkannten ſie aus den Zubereitungen für dieſen Gang.

Frau Ihlig ging tiefer noch gebeußt u an der Seite ihrer Enkel durch die Gaſſen, als wenn ſie einz 5 Trag⸗