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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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weinte und auf das wiederholte Bitten um's tägliche Brot drang. Sie holte einen kleinen lutheriſchen Katechismus her⸗ bei und ſuchte in demſelben die vierte Bitte oder vielmehr das derſelben beigefügte Bild auf, zeigte ſolches der alten Frau vor nnd ſprach:Großmutter, ſeht her! von fünf ſo kleinen Broten ſind 5000 Mann ſatt geworden und noch 12 Körbe voll Brocken übrig geblieben. Das hat mir die Mutter erzählt, ehe ſie mit dem Vater in den Krieg zog. Könnten wir nicht auch ſolch ein Brot kaufen? Dann hätten wir gleich Vrot auf ein ganzes Jahr und länger noch. Das würde ſchön altbacken und ſchimmelig werden ſagte Wilhelm altklugund ſo hart endlich, daß ſich die Großmutter ihre paar Zähne vollends ausbiſſe.

Daran habe ich nicht gedacht verſetzte Dorothee betroffen und ſah verlegen auf die Brote im Holzſchnitte nieder.

Frau Ihlig dachte auch nach an die arme Wittwe unter den Prophetenkindern, welche auf des Propheten Eliſa Geheiß ſich viele Gefäße von ihren Nachbarinnen aufborgen und bei verſchloſſener Thüre mit Oel aus ihrem erſt leeren und plötzlich unverſiegbaren Kruge füllen mußte; an die

arme Wittwe zu Zarpath, bei welcher ein paar Hände Mehls im Kad und eine kleine Oelneige im Kruge ſo lange aus⸗ reichten, bis die Theuerung glücklich überſtanden war; an den Heiland endlich, welcher mit wenig Broten und Fiſchen viele Tauſende ſättigte, ja den zu Grabe getragenen Sohn einer dritten armen Wittwe vom Tode auferweckte und ihn

ſeiner weinenden Mutter wiederſchenkte. Nun, was das Letztere anbetraf, todt war ihre Guſte wohl nicht, aber des⸗