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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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auch die Magdeburger, namentlich das jüngere Geſchlecht, an die feindlichen Franzoſen, an dieſe ſtets aufgeräumten, luſtigen, pfeifenden, trallernden, ſingenden und ſpaßigen Geſellen. Nicht ſelten ſah man, wenn eine Abtheilung Franzoſen von dem Exereiren in ihre Wohnungen zurück⸗ kehrte, in deren Gefolge eine Schaar kleiner Knaben und Mädchen, die ſich freiwillig mit Tzacko's, Patrontaſchen, ſchweren Torniſtern und Flinten der Feinde beladen hatten, und darauf ſtolz waren.

Selbſt Wilhelm und ſeine Schweſter vermochten nicht auf die Dauer dem freundlichen Weſen eines jungen Franzoſen⸗ leutnants zu widerſtehen, der in demſelben Hauſe einquartirt war und eine große Zuneigung gegen das muntere und hübſche Geſchwiſterpaar gewonnen hatte.

Monſieur Bedeau, der Leutnant, und Sinclair, ſein Diener, beſchäftigten ſich täglich und viel mit den beiden Kindern. Sie lernten von denſelben das deutſche und die Kinder wiederum das Franzöſiſche, wobei mancher Spaß vorkam.

Was euer Vater ſagen würde, ſprach die Groß⸗

mutter kopfſchüttelnd,ſähe er ſeine Kinder ſo vertraut mit den Feinden verkehren! Euer Glück, daß er nicht da iſt. Er würde euch das Franzöſiſchſchnattern ſchon einſtreichen. Ach, während ihr hier mit den Franzoſen freundliche Worte wechſelt, wechſelt euer armer Vater vielleicht weit oben im fernen Preußenlande tödtliche Kugeln mit ihnen. Und meine Tochter muß, gleich ihm, Wind und Wetter, Gefahren und Beſchwerden aller Art ausſtehen. Wenn ich nicht ſo genau

wüßte, daß die Franzoſen gegen das Weibsvolk galant find