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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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12 Unglück begegnet und er ja in der Schlacht gefallen, ſo bliebe meine Tochter nicht ſo lange aus.

Hier kam Dortchen in die Stube geſprungen.O Groß⸗ mutter! hob das Kind andas ſind neckiſche Soldaten, die alleweile anmarſchirt kommen. Ich fragte einen von ihnen, ob meine Mutter dabei wäre? Da quatſchte er etwas her, davon ich kein Wörtlein verſtand.

Siehſt du, Wilhelm, daß ich Recht hatte? ſprach die alte Frau,Franzoſen ſind's, daß ſich Gott erbarme! Sie werden ſich bei uns einniſten, wie die Finnen im Schweinefleiſche, und das Oberſte zu Unterſt kehren. Bald wird man nichts als Franzöſiſch ſchnattern hören und die leichtfertige Sitte bei uns ſich einbürgern. Den älteſten, größten und vornehmſten Mann rufen die Franzoſen ſchlecht⸗ wegMosje und nur wenn ſie recht abſonderlich höflich ſein wollen, ſprechen ſiewui Bucker! Gebt euch ja nicht mit dem abſcheulichen Franzoſenvolke ab, ſondern geht ihm mög⸗ lichſt weit aus dem Wege. Denn die Franzoſen ſind Urſache, daß euer Vater und eure Mutter nicht mehr bei uns find, und wenn, was unſer Herrgott gnädiglich verhüten wolle, euerm Vater ein Leids geſchehen iſt, ſo haben's ihm die Franzoſen zugefügt.

Die Großmutter hatte in mancher Beziehung wahr ge⸗ ſprochen. Wie der Igel in der Fabel, der den Hamſter um ein kleines Plätzchen in deſſen Höhle anfleht und darauf ſeinen gefälligen Wirth verdrängt, ſo machten es die Franzoſen in Deutſchland, wo ſie einen wahren Pfahl in unſerm Fleiſche vorſtellten. Gleichwie man ſich aber endlich ſelbſt an die ſchlechteſte, erſt verhaßt geweſene Geſellſchaft gewöhnt, ſo