Magdeburg eintrafen, lauteten ſehr ſchlimm. Nicht lange nach der bei Jena verlornen Schlacht verließ die preußiſche Beſatzung Magdeburgs die Stadt, um draußen vor den Thoren ihre Waffen zu ſtrecken, ſich zu Kriegsgefangenen zu ergeben und Magdeburg ſelbſt, dieſe ſtarke Feſtung, ohne Schwerdtſtreich den überall ſiegenden Franzoſen zu überlaſſen.
Als die Franzoſen unter Trommelſchlag und Janitſcharen⸗ muſik in die Stadt einrückten, kam Wilhelm athemlos zu ſeiner Großmutter in's Stübchen geſprungen. Sein Geſichte lachte in allen Zügen, indem er jauchzend ausrief:„Groß⸗ mutter! Großmutter! kommt ſchnell und ſeht! Alleweile kommt der Vater mit ſeinem Regiment wieder und die Mutter ſicher auch. Hört Ihr die Muſik? Gerade ſo wie damals, als der Vater mit unſrer Mutter in den Krieg zog. Hei! hei! nun iſt der Vater Officier geworden und die Mutter bringt uns den Sack mit goldnen Naplons mit, wie ſie verſprothen hat. So kommt doch nur ſchnell und ſeht! Dorte lauert undeſpannt draußen, ob ſie die Mutter kommen ſieht.“
Die Großmutter ſchüttelte das Haupt und rührte ſich nicht von ihrem Sitze.„Das ſind nicht unſere Leute,“— antwortete ſie trübe—„ſondern Feinde— Franzoſen!“
„O nicht doch, Großmutter!“ verſetzte Wilhelm.„Sie gehen blau und roth aufgeſchlagen wie mein Vater.“
„Es iſt nicht das rechte Blau und Roth,“— meinte die Großmutter.„Ach, Kind, es iſt eine recht böſe Zeit über uns und ganz Preußen gekommen. Bete zum lieben Gott, daß er deinen Vater in ſeinen heiligen und mächtigen Schutz nehme. Mein einziger Troſt iſt der, daß deine Mutter noch nicht wieder zurück iſt. Denn, wäre deinem Vater ein


