5 überwölbt, das in ſeinem Innern ein größeres Faß und mehrere kleinere, nebſt etlichen Kiſten, Ballen und Bündeln barg. Ein kleiner, wiewohl gut genährter Schimmel bildete die Vorſpann und eine junge, rüſtige und hübſche Frau die Lenkerin des Fuhrwerks. Dieſe trug den runden, ſchwarzen, mit einem kurzen, ſchwarzen Federſtutz gezierten Hut ein wenig ſchief auf das Haupt gedrückt, über ihrer Frauen⸗ kleidung eine blaue, roth aufgeſchlagene Tuchjacke mit blanken
Silberknöpfchen und über der Achſel ein Tragband, an
welchem ein kleines, weißhölzernes Tönnchen hing. Zu ihr, der Marketenderin, trat die alte Frau.„Brrr!“ ſprach jene zu ihrem Rößlein, das ſogleich ſtill ſtand. Die Alte hob erſt das Mädchen, dann den Knaben zur Mutter empor, die jedem Kinde einen ſchallenden Kuß auf den Mund drückte und dabei ſagte:„Grämt euch nicht, Kinder! Sobald wir die Franzoſen verjagt haben, bin ich wieder bei euch und bringe einen großen Sack voll goldener Napoleons mit. Euer Vater wird Officier— wir backen Kuchen— trinken Wein— juchhe! das ſoll eine Luſt werden! Indeß folgt eurer Großmutter hübſch, daß ſie keine Klage über euch zu führen braucht, wenn ich und der Vater wiederkommen. Ade! ade! Schimmel hott! hott!“
Der Schimmel zog an und die beiden Kinder, welche gern den Wagen ihrer Mutter begleitet hätten, aber davon durch ihre Großmutter zurückgehalten wurden, konnten jener nur noch wiederholt nachrufen.
„Goldne Naplons?“ fragte Wilhelm, nachdem er, wie ſeine Schweſter, reichliche Thränen vergoſſen hatte— ith 16 das kleine Soldaten zum Spielen?“


