Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ſchloß Horſa die ſchmerzenden Augen, während die Sonne wärmend ihre Strahlen in die kalten Poren des Gefangenen eindringen ließ. Demſelben war es jetzt, als lege ſich ein dichtes, umſtrickendes Spinnengewebe über das ganze Geſicht. Bald ward es zur eiſernen Maske, unter welcher der Gefangene nicht mehr zu ath⸗ men vermochte.

Luft! friſches Waſſer! ſprach er flehend und ward bleich wie der Tod. Den Umſinkenden fing der Kerker⸗ meiſter auf, welcher, des Kommandanten Verbot jetzt vergeſſend, laut ausrief:Friſches Waſſer her! ſchnell!

In der nächſten Minute fühlte Horſa, wie die Maske nebſt der vermeintlichen Spinnewebe unter dem Benetzen ſeines Antlitzes mit kaltem, friſchem Waſſer wegſchmolz, wie mit dem vollen Bewußtſein zugleich die Lebenskraft in ihm zurückkehrte und der ſchmerzende Druck don ſeinen Augenlidern verſchwunden war. Als er die Augen aufſchlug, blickte er in die blauen, angſt⸗ erfüllten eines jungen Mädchens, welches, in der einen Hand den vollen Waſſerkrug, in der andern einen Bade⸗ ſchwamm haltend, vor dem Prinzen knieete und deſſen Antlitz und Hände benetzte. Dem Schnitte und Stoffe der Kleidung nach war die barmherzige Samariterin nur eine Magd; dennoch dünkte ſie dem Prinzen reizender als die vornehmſte und in Brillanten ſtrahlende Prin⸗ zeſſin. Das Mädchen zählte kaum ſiebenzehn Jahr, war hübſch und, wie die in ihren Augenwimpern hangende Thräne bezeugte, von Horſa's Geſchick ergriffen, über⸗ dieß das erſte, weibliche Weſen, welches Horſa ſeit ſei⸗ ner Haft zu Geſicht bekam: was Wunder, wenn er die Helferin als einen Engel betrachtete und liebgewann?