Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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anfänglich verſtrichen dem Eingeſperrten die Tage, Wo⸗ chen und Monate. Die rauhen Winterſtürme verwan⸗ delten ſich in laue Thauwinde; der ſchmelzende Schnee plätſcherte von den Dächern hinab in den Hof und die zunehmende Hitze des Ofens deutete dem Gefangeuen an, daß der Winter dem nahenden Frühlinge zu weichen beginne. Gleichwie nun um dieſe Zeit der Saft in die Bäume und in die erſtorbenen Pflanzen tritt, ſo ſchwoll Horſa's Herz unter dem unwiderſtehlichen Triebe nach Freiheit. Vertröſtungen auf dieſelbe, wie ſolche ihm bisher durch den unſichtbaren Freund geworden waren, genügten ihm nicht mehr. Nach Verwirklichung ſchmach⸗ tete er.

Da gebot ihm eines Tages der Klopfer an der Wand, ſich krank zu ſtellen und einen Arzt zu fordern, deſſen Anordnungen Horſa nachkommen ſolle. Ach! der arme junge Mann brauchte nicht erſt ſich krank zu ſtel⸗ len. Er war dies wirklich. Ein zehrendes Fieber, ein

unerſättlicher Durſt nach Freiheit brannte in ſeinem Innern und prägte ſich ſelbſt ſeinem Aeußern auf. Da⸗ her glaubte der Kerkermeiſter ſofort der Klage Horſa's, daß er ſich ſehr unwohl fühle und eines Arztes benöthigt ſei. Horſa hatte durch ſeinen unſichtbaren Correſponden⸗ ten erfahren, daß ſich im ganzen Lande eine große Un⸗ zufriedenheit gegen den neuen Regenten zu zeigen be⸗ ginne und daß, je mehr derſelbe in den Augen des Volks verliere, der alte deſto höher in der Gunſt deſſel⸗ ben ſteige. Wie leicht konnte demnach eine abermalige Umwälzung ſtattfinden und Horſa wieder an das Staats⸗ ruder gelangen! Unſtreitig mochte eine ſolche Betrachtung beitragen, daß der Feſtungskommandant jetzt theilneh⸗