Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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den des Religionsbuches. Jetzt ſtand es wirklich ſchlimm um Horſa's Gehirn. Die tiefſte Schwermuth bemäch⸗ tigte ſich ſeiner, wozu die rauhen Winterſtürme, die kur⸗ zen, trüben Tage und die fortwährende Einſamkeit das Ihrige beitrugen. Wiederum war ein Zeitpunkt gekom⸗ men, wo ohne das Dazwiſchentreten der Vorſehung Horſa untergegangen wäre.

Wer jetzt den armen Jüngling geſehen hätte! Kraft⸗ los und welk waren ſeine Glieder geworden, bleich die Farbe ſeines Geſichts, eingefallen die Wangen, erloſchen das feurige Auge, gebeugt die Haltung ſeines Körpers. Sinnend ſaß er auf dem Rande ſeines Bettes, überle⸗ gend, auf welche Weiſe er am ſchmerzloſeſten und raſche⸗ ſten ſein Leben endigen könne.

Plötzlich vernahm er, daß dumpfe Schläge gegen die eine Wand ſeines Kerkers geführt wurden.

Dieſelben waren ein Ereigniß in dem ewigen Einer⸗ lei des Kerkerlebens, durch welches Horſa aus ſeinem Dahinbrüten aufgeweckt wurde. Er horchte auf. Die Schläge erfolgten ziemlich raſch hinter einander; dann aber trat eine Pauſe ein, um wieder von Neuem und zwar in demſelben Taktmaße zu beginnen. Nach einer längeren Weile pochte es wieder und ganz in der frü⸗ heren Weiſe.

Mechaniſch zählte jetzt Horſa die Schläge. Erſt acht, dann vierzehn, ſiebenzehn, achtzehn und zuletzt ei⸗ nen. Dieß wurde dreimal wiederholt. Jedenfalls be⸗ deutete es eine Zeichenſprach. Aber welche? Horſa ſann und zählte ſich die Schläge vor. Wie ein Blitz zündete es plötzlich in ſeiner Seele die verſchiedene Zahl der vernommenen Schläge bedeutete die Buchſta⸗