Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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höchſte und erſte Beweggrund bei allem Thun; an die Stelle des Zornes, von Seiten der Gottheit, die Gnade. Wie einfach, klar und faßlich die Lehre des Heilandes war! Welche Dunkelheiten dagegen unſere Schriftgelehr⸗ ten um jene herum gewoben haben! Auf ein einziges Blatt Papier getraute Horſa ſich des Heilandes Lehren zu ſchreiben und unſere Gelehrten entwerfen dicke Glau⸗ bensbücher, über deren Spreu das Volk die goldenen Körner der Wahrheit außer den Augen verliert. Nicht dieſe, ſondern einzelne dunkle Ausdrücke des Bibelbuchs machen die Schriftgelehrten zum Gegenſtande ihres For⸗ ſchens und Lehrens. Sie ſtreiten hart und wohl gar ge⸗ häſſig darum gegen einander und bringen dadurch die Gläubigen von dem Wege der Liebe ab, rufen Zank, Verfolgung, ja ſelbſt blutige Kriege hervor.

Man lache nicht, wenn der 19jährige Horſa ſich vornahm, nur auf Grund der Heilands Worte eine Re⸗ ligionslehre zu entwerfen, welche er, im Widerſpruche mit ſeinen frühern Worten, in allen Schulen ſeines Lan⸗ des einzuführen gedachte. Mit dem Gedanken an ein Reich der Liebe, wie Chriſtus wollte, legte ſich Horſa am Abende nieder und ein Traum malte jenen Gedan⸗ ken mit den reizendſten Farben weiter aus. Eine ganze Nacht hindurch verlebte der Schläfer einen Himmel ſchon auf Erden. Aber leider nur eine Nacht; auf dieſe, ach! folgte der Tag mit ſeiner ſchrecklichen Wirklichkeit. In der Verzweiflung, welche den Prinzen hierauf packte, machte er es wie der ergrimmte Moſes, als er, vom Si⸗ nai herabkommend, das Volk Iſrael um das goldene Kalb tanzend fand. Wie Moſes die Geſetztafeln, ver⸗ nichtete Horſa den Entwurf ſeiner Bildungsgeſchichte wie