Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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kannte: ſo würde dem Prinzen das bloße Verlaſſen ſei⸗ nes Gemaches wenig oder nichts genützt haben.

Bisher war ſeine Bitte, ausgehen zu dürfen, wie⸗ derholt abgewieſen worden. Nach Verlauf von ſieben ſchrecklichen Wochen kündigte der Wärter dem Prinzen jene längſt gewünſchte Vergünſtigung an. Mit welchen Empfindungen dieſer die Schwelle ſeines Gefängniſſes zum erſtenmal zurückſchritt! Aber das wieder im Frohge⸗ fühle ſchlagende Herz ſah ſchmerzlich ſich getäuſcht, als der Weg über einen langen, öden, widerhallenden Gang und eine ſchmale Treppe in einen von vier hohen Mauern umgebenen Hof hinabging, wo außer einem Stückchen Himmel nichts als harte Steinplatten zu ſchauen waren, mit welchen das kleine Viereck belegt war. Kein freund⸗ licher Sonnenſtrahl, wohl aber eine rauhe, kalte Herbſt⸗ luft berührte unangenehm den Prinzen, welcher, ſo lange der freien Luft entbehrend, fröſtelnd zuſammenſchauerte und gar bald ſein Gemach wieder aufzuſuchen eilte. Au⸗ ßer ſeinem finſtern und wortkargen Wärter hatte er kei⸗

en Menſchen weiter zu Geſicht bekommen, überdies nichts

erſpähet, was zu ſeinem Fluchtplane förderlich gewe⸗ ſen wäre.

Aus der Noth eine Tugend machend, ward Horſa jetzt Philoſoph.

Ich leide nur ſprach er zu ſich ſelbſtwas meine Thaten werth ſind. Ich habe einen Menſchen ge⸗ tödtet. Dies hätte mir nach den Geſetzen mindeſtens 10 Jahre Zuchthausſtrafe gebracht. Da iſt es wohl noch beſſer, allein gefangen zu ſitzen, als mit lauter ruchloſen, verbrecheriſchen Menſchen beiſammen zu leben, deren Re⸗

den und Gewohnheiten mir fürchterlich ſein würden.