Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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Freiheit im weiteſten Umfange gewohnten Mann kaum etwas Schrecklicheres geben als Gefangenſchaft. Es war daher kein Wunder, daß der Prinz ſeine blühende Farbe, ſeine Körperfülle und die Friſche ſeines Geiſtes verlor, daß ſeine Glieder erſchlafften und die ſchwärzeſten Ge⸗ danken ihn umdüſterten.

Horſa erinnerte ſich, geleſen zu haben, wie Gefan⸗ gene irgend ein Thier an ſich gewöhnt hatten, welches ihnen die Stelle eines menſchlichen Freundes erſetzen ſollte. Ach, keine Maus oder Ratte, nicht einmal eine Spinne zeigte ſich Horſa's Blicken, geſchweige denn, daß

er eine ſolche hätte an ſich kirren können Große Freude

gewährte es ihm ſchon, als eines Tages eine Schwalbe, kurz vor ihrer Abreiſe, ſich auf das Dach vor Horſa's Fenſter ſetzte und dort durch ihr Zwitſchern die ſtarre Oede umher unterbrach. Wie gern wär' er mit dem Vöglein in's Weite geflogen!

Auf des Prinzen unabläſſiges Bitten, der ſich deſ⸗ ſen nicht ſchämte, brachte nach einigen Wochen der Wär⸗ ter das einzige Buch, welches derſelbe beſaß, jedoch nicht benutzte, eine Bibel, dem Gefangenen, der in dieſem Buche einen theuern, alten Bekannten begrüßte. Als Re⸗ gent hatte er nur die flüchtige Bekanntſchaft der heiligen Schrift gemacht und ſie dann bald wieder vernachläſſigt. Jetzt hatte er Zeit, dieſes Unrecht wieder gut zu machen. Die einfache, ungekünſtelte Sprachweiſe dieſes Buches aller Bücher war ihm nicht unangenehm; vielmehr fand er ſolche der damaligen Bildungsſtufe der Völker ange⸗ meſſen. Beſondere Aufmerkſamkeit widmete Horſa der im alten Teſtamente vorkommenden Geſchichte, ſo wie der verſchiedenen Regierungsform der Völker, welche bald