Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ſeiner? Wann hatte er ſeine Freiheit zu hoffen? Er mochte ſich dieſe Fragen gar nicht beantworten. Wie ſehr ſehr ſehnte er ſich jetzt in den friſchen, grünen und freien Wald zurück! So erkannten weiland die Iſraeliten Aegyp⸗ tens Fleiſchtöpfe dann erſt, als ſie in der unwirthbaren Wüſte bald vor Hunger ſtarben!

Als der Kerkermeiſter mit einem nichts weniger als fürſtlichen Frühſtücke in das Gemach eintrat, fühlte Horſa die Verſuchung, den Mann niederzuwerfen und dann zu fliehen. Aber bald mußte er ſich das Thörichte dieſes Gedankens geſtehen. Ebenſo erkannte er aber auch, daß der Menſch für die Geſelligkeit erſchaffen und es nicht gut, wenn derſelbe allein ſei. Was hätte Horſa jetzt gegeben, wenigſtens einen Menſchen um ſich zu haben! Aber die Einſamkeit brachte ihn zur Selbſtbetrachtung und Selbſtprüfung, eine Sache, welche das Leben am Hofe nicht zu befördern pflegt. Und als Horſa ſich ſelbſt geprüft hatte, ſo erkannte er, wie gar Vieles ihm zu einem guten Menſchen abgehe, wie gar viele Mängel noch an ihm hafteten. Er, ein Fürſt, war der ſchmähliche Unterthan ſeiner Leidenſchaften. Er war der Beherrſcher eines ganzen Volks geweſen und vermochte ſich ſelbſt nicht zu beherrſchen. Immer zerknirſchter ward der Gefangene. Hierzu aber trug nicht wenig ſeine Trennung von den Menſchen bei. Was nach der Lan⸗ desverfaſſung der ſchwärzeſte Verbrecher fordern durfte: binnen 24 Stunden zum Verhöre zu gelangen, verſagte man dem Fürſten, welcher nichts als die kahlen Mauern ſeines Gefängniſſes und das verſteinte Antlitz ſeines Wärters zu ſehen bekam. Horſa glaubte verzweifeln zu müſſen, und in der That kann es für einen jungen, die