Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ſo heftiger werden; eben ſo die Qualen eines unruhigen Gewiſſens. Unaufhörlich hallte in Horſa's Ohren der dumpfe Schrei, mit welchem Eduard fiel. Der Wehruf Amaliens! Das Bild des Gemordeten, in ſeinem Blute ſchwimmend, gebrochenen Auges, todtenbleich, ſtarr und ſteif die verzweifelnde Braut über ihn hingeſtreckt, dann weinend dem Sarge des Geliebten folgend, deſſen Mörder verwünſchend den Vater Eduard's, Horſa's Beſchützer und edler Gaſtfreund, die jüngeren Geſchwi⸗ ſter des Erſchoſſenen ſie Alle voll unendlicher Trauer

Horſa vermochte dieſe Qualen ruhend nicht zu er⸗ tragen. Von den Furien gepeitſcht, rannte er ſein Ge⸗ fängniß auf und ab, das ſo lange verzögernde Tageslicht herbeiwünſchend. Keine Uhr, kein Glockenſchlag zeigte ihm den Gang der Zeit an. Nur die Schläge ſeines Gewiſſens, ſeines gemarterten Herzens vernahm er.

Langſam wich endlich die Dunkelheit der Schreckens⸗ nacht, einem matten Dämmerungsſcheine. Wie erfinde⸗ riſch der Menſch in dem Peinigen ſeines Nebenmenſchen iſt! Nicht genug, daß die erblindeten Scheiben, die ſtar⸗ ken und dichten Eiſengitter der zwei Fenſter dem Zu⸗ gange des Tagelichts wehrend entgegentraten: über den Fenſtern angebrachte, weit vorſpringende Holzdächer raub⸗ ten dem Gefangenen auch noch den Anblick des blauen, wie des umwölkten Himmels. Eben ſo war dafür ge⸗ ſorgt, daß der Eingeſperrte nicht in die Tiefe hinab⸗ blicken konnte. Derſelbe ſah aus den Fenſtern nichts als gegenüber einen ſchmalen Streifen grauer Steinmauer eine troſtloſe Ausſicht!

Eben ſo düſter wie das Tageslicht blieb, ſah es auch in Horſa's Innerem aus. Welche Zukunft wartete