dieſer ſich hart gegen jene ſtellte und ſie in's Gefängniß zu werfen befahl.
„Das haben wir an unſerm Bruder verdient!“ weh⸗ klagten ſie gegen einander.
Ebenſo klagte jetzt Horſa ſich in Betreff Eduard's an, den er nunmehr für ſchuldlos erachtete, nachdem er in dem Spieler Wolf ſeinen Verräther erkannt hatte.
„Mord! Mord!“ tönte es unabläſſig vor Horſa's Ohren, mochte er dieſelben auch noch ſo tief in die Pfühle ſeines Lagers vergraben. Selbſt die gewaltige Leidenſchaft der Eiferſucht war vor dem Centnergewichte des verübten Mordes verblichen und nun die gewaltſam zurückgehaltene Vernunft wieder frei ward, überhäufte ſie den Mörder mit eben ſo gerechten als bittern Vorwürfen.
„Ein Regent—“ ſprach ſie ſtrafend—„ſoll ſelbſt bei einem überwieſenen Mörder nicht ohne reifliche Ueber⸗ legung das von den Richtern gefällte Todesurtheil unter⸗ zeichnen, und Du haſt, ohne Urtheil und Recht, ohne Unterſuchung und ohne ſelbſt dem größten Böſewichte zugeſtandener Vertheidigung einen Mann gemordet, wel⸗ cher dein Freund, dein Beſchützer, dein Alles aufopfern⸗ der Anhänger war?! Darum mißlang auch der Verſuch deiner Befreiung; darum iſt auch das heute im Kampfe um dich vergoſſene Blut umſonſt gefloſſen; darum um⸗ fängt dich jetzt des Kerkers Grauen!“
Die Einſamkeit vergrößerte noch Horſa's geiſtige Qualen. Kein Menſch um ihn, der ihm Troſtesworte ſpenden konnte. Immer lauter, immer nagender wurden des Gewiſſens ſcharfe Biſſe.
Gleichwie die ſchrecklichen Zahnſchmerzen in der Nacht, wo Alles umher in ſanftem, friedlichem Schlummer liegt, um


