ſie dem eiferſüchtigen Prinzen wie eine bittere, nur etwas wenig überzuckerte Pille. Horſa war ſeiner ſelbſt ſo wenig Herr, daß er dem wahrhaft edeln und für ſeinen Für⸗ ſten begeiſterten jungen Mann das kälteſte Geſicht von der Welt zeigte und deſſen Rede mit einigen wenigen, eben ſo kühlen Worten vergalt. Jeder Andere würde durch einen ſolchen Empfang für immer von Horſa zu⸗ rückgeſchreckt worden ſein und ſeine für denſelben gefaßte gute Meinung zurückgenommen haben. Um ſo größer war das Verdienſt und die Hingebung Eduards, da derſelbe ſein Benehmen gegen den undankbaren Prinzen keineswegs änderte, dieſem vielmehr Alles an den Augen abzuſehen und ſich ihm gefällig zu bezeigen ſtrebte. Anſtatt daß ein ſolches Betragen den Prinzen zur Erkenntniß ſeines Unrechts hätte bringen ſollen, ward derſelbe immer abſtoßender gegen Amaliens Bräutigam. Ganz unverhohlen gab er dieſem ſeine Abneigung zu er⸗ kennen und wie ihm deſſen Gegenwart läſtig falle. Be⸗ trübt, aber nicht erzürnt, zog Eduard Henneberg ſich zurück. Sorgſam mied er, in Horſa's Gegenwart zärt⸗ lich gegen ſeine Braut zu ſein und dieſe hütete ſich gleich⸗ falls durch irgend ein Zeichen ihre Liebe dem Geliebten kund zu geben. Niemand wird in Abrede ſtellen können, daß ein ſolches Verhältniß ein ſehr peinliches ſein mußte. Wenn aber der Menſch ſo ſchwach iſt, daß er aus eige⸗ nen Kräften der Verſuchung zur Sünde nicht widerſte⸗ hen kann, ſo tritt die gütige Vorſehung vermittelnd ein und ſchafft, daß die Verſuchung ſo ein Ende gewinne, daß wir ſie ertragen können und ſiegreich daraus her⸗ vorgehen.
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