„Nun ſo will ich mich bei Ihm ſchön bedankt ha⸗ ben—“ verſetzte die Frau.„Aber das möge der junge Herr bedenken, daß, wenn Er mich erſchoſſen hätte, ein Goldſtück Seine Sünde nicht hätte gut machen können. Denn ich bin eine arme Wittwe und habe zwei Kinder⸗ chen zu ernähren, die dann unſter armen Dorfgemeinde zur Laſt gefallen wären.“
„Hier iſt noch ein Goldſtück—“ ſprach Horſa. „Wie heißt Sie, liebe Frau?“
„Ich heiße die Günthern—“ antwortete dieſe. „Zum Danke nehme Er die Warnung hin, daß Er nicht wieder ſo unüberlegt in's Grüne hineinknallt. Denn ein Menſchenleben kann nicht mit Golde aufgewogen werden und ein Mord brennt gar ſchwer auf dem Gewiſſen.“
Horſa mußte die Wahrheit dieſer Rede eingeſtehen, ebenſo auch, daß nur die Wuth der Eiferſucht ihn blind und beinahe zum Mörder gemacht habe. Sie war es auch, welche wie ein verzehrendes Feuer in ſeinem In⸗ nern brannte und ihn mit dem nagendſten Seelenſchmerze erfüllte. Bei Lichte beſehen, hatte ſein Schuß nicht ei⸗ nem Stück Wilde, ſondern dem gehaßten Nebenbuhler gegolten und wenn er ſich Amalien in den Aermen eines Andern dachte, whätt er ſie lieber erſtechen mögen als einem Dritten gönnen. Nur zu wahr iſt es, daß die Eiferſucht eine Leidenſchaft iſt, die mit Eifer ſucht, was Leiden ſchafft.
Immer konnte Horſa doch nicht im Walde bleiben. Als er endlich nach der Oberförſterei zurückkehrte, fühlte er auch wieder jene unglückliche Leidenſchaft anwachſen. Wie ein ſcheuer Verbrecher ſtahl er ſich in's Haus und


