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„Wem gehört dieſes Pferd?“ fragte Horſa, nichts Gutes ahnend, den einäugigen Knecht, welcher das Thier am Zügel hielt.
„Unſerm jungen Herrn!“ verſetzte dieſer mit fröhlich glänzendem Auge.„Das iſt oben eine Luſt und Freude, weil Herr Eduard ſeine ſchöne Braut unverhofft— den hat!“
Da war es nicht anders, als wenn Horſa einen Degenſtich in den Leib bekäme. Er zog ein fürchterliches Geſicht, drehte ſich um und wanderte dahin zurück, wo⸗ her er ſo eben gekommen war. Indem er ſich das Ent⸗ zücken der Liebenden ausmalte, knirſchte er mit den Zäh⸗ nen und da ſich plötzlich etwas im Gebüſche regte, ſo legte er in ſeiner Wuth die geladene Büchſe nach jener Gegend an und drückte ab. Dem weit hin hallenden
Schuſſe folgte ein lautes Wehgeſchrei, welches den
Schützen in nicht geringe Beſtürzung verſetzte.
Horſa eilte, obwohl mit zitternden Knieen, der Stelle zu, woher das Geſchrei gekommen war. Dort fand er im Buſche eine arme Frau, welche Pilze und Holzſtücken aufgeſucht hatte. Sie war ganz bleich, bebte wie ein Espenlaub und hielt ſich mit der Hand die Wange, von welcher rothe Blutstropfen herabperlten.
„Mein Jeſus!“ ächzte ſie—„ich denke doch nicht anders, als daß mein Ende da iſt! Vor dem gottloſen Jägervolke iſt man zuletzt ſeines Lebens nirgends mehr ſicher. Da knallt es darauf los, unbekümmert, ob es Thier oder Menſchen trifft.“
„Iſt Sie denn hart getroffen worden?“ frage— beſorgt und theilnehmend zugleich.


