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Anſtatt ſeiner wachſenden Leidenſchaft für Amalie
einen Damm entgegenzuziehen, öffnete Horſa vielmehr derſelben willig Thür und Thor. Das Mädchen, welches noch immer gehofft hatte, den Prinzen von ſeiner Nei⸗ gung heilen zu können, ſah allgemach die Unmöglichkeit davon ein und begann daher, ſich kälter und zurückhal⸗ tender gegen Horſa zu bezeigen. Sie drohte ihm ſelbſt mit ihrer Abreiſe, wenn er ſie länger mit ſeiner Liebe
quälen würde. Nichts half. Horſa glich einem verwöhn⸗ ten Kinde, einem Fürſten vielmehr, welchem bisher ſtets der Wille gethan worden war und der daher keinen Wi⸗ derſpruch leiden mochte. Jetzt beklagte er, daß er kein gebietender Fürſt mehr war.„Dann—“ ſprach er zu ſich ſelbſt—„würde ich eher Mittel und Wege finden, um Amaliens ſprödes Herz zu beſiegen. Wie viele Schö⸗ nen nennt uns nicht die Geſchichte, welche vor dem Glanze einer Krone, in dem Strudel rauſchender Hof⸗ feſte und über den Huldigungen eines ganzen Landes Alles, ſelbſt den früheren Geliebten, vergeſſen haben! Was thue ich denn für Unrecht, wenn ich ein Herz zu gewinnen ſuche, das bereits einem mir Unbekannten ſich ergeben hat? Wer weiß, ob derſelbe den ganzen Werth Amaliens zu ſchätzen oder ſich nicht gar bald über deren Verluſt zu tröſten weiß?“
Mit ſolchen unhaltbaren Entſchuldigungen ſuchte der ſelbſtfüchtige Horſa die Vorwürfe ſeines Gewiſſens zu beſchwichtigen.
Als derſelbe nach einigen Tagen aus dem Forſte
heimkehrte, ſah er auf dem Hofe der Oberförſterei einen ſchweißtriefenden Braunen umherführen.


