Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 0—

und in der Gewerbkunde, verſtehe mich ein wenig auf die Aſtronomie und das Feldmeſſen. Denken Sie doch an den König Ludwig Philipp von Frankreich, welcher als ein königlicher Prinz in der Schweiz ſeinen Lebens⸗ unterhalt durch Sprachunterricht erwarb.“

„Es fragt ſich nur—“ entgegnete Malchen—„ob Sie auch Geduld und Ausdauer genug beſitzen, um das mühſelige Amt eines Lehrers auszufüllen. Dann iſt es auch nicht eines Jeden Sache, Anderen das was man ſelbſt erlernt hat.“

„Die Hoffnung auf Ihren Beſitz ſchwärmte Horſa—„würde mir Geſchick und Luſt und ld zu Allem verleihen. Ich würde mit Eifer Alles noch erler⸗

nen, was mir abgeht, um Ihnen eine ſorgenloſe zu bereiten.“

„Damit ich bis dahin zur alten Jungfer würde!— ſprach Malchen.„Sie reden wie der Blinde von der Farbe. Ihre Leidenſchaft macht Sie zum Schwärmer. Aber wann Sie in die Wirklichkeit kommen werden, ſo zerplatzen alle Träume wie bunte Seifenblaſen. Ich will Ihr Arzt werden und Ihnen ein niederſchlagendes Pul⸗ ver verordnen, welches Sie von Ihrer für mich gefaßten Leidenſchaft im Nu heilen ſoll. Ich bin Braut, mein junger Herr!“

„Sie? Braut?“ ſtammelte Horſa und ließ den Schirm niederſinken.

„Ja!“ entgegnete Malchen mit leuchtenden Bgrn und verklärtem Wlis—„und zwar eine glückliche Braut.“ r

„30 Unglücklicher!“ ächzte Horſa. das ſagen Sie mir erſt jetzt?!“ 6r