Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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„Keine Schmeichelei, Amalie!“ ſeufzte Horſa.„Ach— zürnen Sie mir nicht— ich liebe Sie.“

„Das ſollen Sie auch—“ ſprach Amalie—„Die Menſchenliebe iſt ja die erſte Chriſtenpflicht. Wir lieben auch Sie. Ich, mein Onkel, die Kinder dort, Herr Schmie⸗ del, ja ſelbſt unſte Dienerſchaft, ſo lange Sie ſich näm⸗ lich liebenswürdig betragen.“

„Aber ich liebe Sie mehr als jeden andern Men⸗ ſchen, mehr wie mich ſelbſt—“ erwiederte Horſa.„Ihr Beſitz würde mich zum glücklichſten aller Sterblichen machen.“

„Mein Beſitz?“ fragte Malchen luſtig.„Als was wollten Sie mich denn beſitzen?“

„Als— als— als—“ ſtotterte Horſa verlegen— „nun als was anders, denn als meine— Gattin!“

„Werden Sie nicht böſe, Heinrich! wenn ich herzlich lachen muß—“ ſprach Malchen lachend.„Ich, Ihre Gattin! Sie noch nicht 19 Jahre alt, ich dagegen ſchon 21. Wenn Sie ein Mann würden, wäre ich bereits eine alte Frau. Sie ein Jägerburſche und ich die Frau Jä⸗ gerburſchin! Und noch dazu was für ein Jägerburſche! Sie ſchießen ja ſchlechter, als unſer einäugiger Pferde⸗ knecht! Sie verſtehen nicht ein Jota vom Forſtbaue. Sie wiſſen nicht einmal Kiefernſaamen von Fichtenſaamen zu unterſcheiden und nicht auszurechnen, wie viel Klaftern Holz ein ſtarker Baum hergiebt. Was haben Sie denn gelernt, um eine Frau, ja nur ſich ſelbſt zu ernähren?

„Halten Sie mich gar für zu unwiſſend?“ fragte Horſa empfindlich.„Ich ſpreche der Sprachen mehrere, kann tanzen, fechten, reiten, fahren, Clavier ſpielen, et⸗ was zeichnen, bin nicht ganz unerfahren in der Phyſik