Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ſehen, ohne ſie jedoch in der weiten Entfernung deutlich zu erkennen.

Schmiedel verzog ſein Geſicht bis zur Unkenntlich⸗ keit und Horſa folgte inſtinktartig dieſem Beiſpiele.

Eine halbe Minute der ſchrecklichſten Ungewißheit und Seelenangſt verſtrich, nachdem Wolf und deſſen Be⸗ gleitung an den Fenſtern vorübergegangen waren. Als aber die Thüre nicht aufging, keine Häſcher hereinſtürz⸗ ten, ſondern Alles ſtill blieb, ſprang Schmiedel von ſei⸗ nem Sitze auf.

„Donnerwetter! da ſchmettert wahrlich das Poſthorn ſchon!“ rief er aus.„Kommen Sie, liebſter Förſter! Behalten wir lieber unſern halben Bart, als daß wir das bezahlte Fahrgeld im Stiche laſſen.“

Unter dieſen Worten wiſchte der Gutsbeſitzer ſich den Seifenſchaum aus dem Geſichte, was auch Horſa that. Der Barbier, bereits einer reichlichen Bezahlung ſich erfreuend, machte keine Einwendungen, und ſo ver⸗ ließen die Halbbarbierten die Stube, um angeblich durch das Hinterhaus und den Garten eher zum Poſthauſe zu gelangen. Kaum daß der Gutsbeſitzer auf die andere Gaſſe gelangte, rief er freudig ſeinem Begleiter zu: „Das paßt wie gerufen! Dort ſehe ich meinen Chriſtian mit dem Wagen kommen. He! he! Chriſtian! ſpute Dich! hierher, Chriſtian!“

Die Pferde griffen aus und bald hielt der Wagen vor dem Männerpaare ſtill.

„Steigen Sie ein, liebſter Förſter!“ ſprach Schmie del und öffnete den Schlag.„Und ſollte Ihnen nach der Nachtfahrt die friſche Morgenluft zu kühl werden,

Nieritz, Fürſtenſchule. l.„