Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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Horſa bereute jetzt ſeine Hitze, durch welche er bei⸗

nahe zu weit größerer Unanſtändigkeit verleitet worden wäre, als Wolf durch ſein rückſichtsloſes Tabakrauchen bewieſen hatte. Dann aber ſah er es gar nicht ungern, daß ein hübſches Mädchen an ſeiner Seite Platz nahm, welches dies in aller Unbefangenheit that, da Horſa, dem Anſcheine nach, füglich an Jahren ihr Vater ſein konnte.

Die Reiſe ging ohne weiteren Unfall und ohne fer⸗ nere Störung von Statten. Als der junge Tag mit ſeinem Lichte anbrach, ging es ſehr ſtill in dem Poſtwa⸗ gen zu. Mit Ausnahme Horſa's ruhten alle Reiſenden in des Schlummergottes Aermen. Fräulein Schütz lehnte gegen Horſa's Schulter; ihr Haupt hatte ſich auf deſſen Bruſt gebettet. Der junge Fürſt blickte auf eine Fülle braunen Haares, in einen weißen Nacken und auf ein zart geröthetes Ohr hernieder, in welchem ein kleiner Goldreif mit einer Perle glänzte. Der Pulsſchlag, un⸗ ter welchem ſich der Oberkörper der Jungfrau hob und ſenkte, bewegte auch Horſa's Herz zu raſcherem Schlage und ſüß nur ward ihm, der noch nie in ſolcher Nähe eines jugendlichen weiblichen Weſens ſich befunden, die kleine Laſt.

Das Raſſeln der Wagenräder über das holperige Straßenpflaſter eines Städtchens verſcheuchte aus dem Poſtwagen den Schlummergott. Das junge Mädchen erwachte zuerſt, erhob erſchrocken ihr Haupt, ſtrich ſich das Haar aus dem Geſicht und warf unter einem Errö⸗ then ihrem bisherigen Ruhekiſſen einen verlegenen Sei⸗ tenblick zu. Dieſes bediente ſich inſtinktartig einer klei⸗ nen Kriegsliſt, indem es ſeine Augen ſchnell ſchloß und