Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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dann unter einem langen Athemzuge langſam und träu⸗ meriſch wieder öffnete. Nichts war natürlicher, als daß Amalie mit raſchen Händen ihren Anzug ordnete. Dann verzog ſich ihr Mund zu einem anmuthigen Lächeln und hauchte den erwachenden Nachbarn einen freundlichen gu⸗ ten Morgen zu.

„In Waldau wären wir alſo!“ hob Schmiedel jetzt an—„in der Grenzſtadt des Landes! Zwei Stunden nur noch und wir ſind im Königreiche Rogatien. Ich aber bleibe im Vaterlande und nähre mich redlich. Darum gehe ich hier ab und ſollte Jemand von Ihnen in Hip⸗ poldisweiler zu beſtellen haben, der wende ſich an mich und es ſoll gewiſſenhaft ausgerichtet werden.“

„Ich will auch dahin—“ geſtand Amalie.

„Sie? ei das wäre!“ rief der Gutsbeſitzer aus. „Dann können wir ja zuſammenreiſen. Ich erwarte hier meinen Wagen und in demſelben finden wohl mehrere Exemplare ſo hübſcher Jungfrauen Platz.“

„Wenn Sie ſo ſprechen—“ verſetzte das Mäd⸗ chen—„ſo werden Sie mich beſtimmen, Ihr freundliches Erbieten auszuſchlagen und die kleine Wegſtrecke zu puße zurückzulegen.“

„Ach, papperlappap!“ lochte Schmiedel—„hab⸗ ich etwa gelogen? Hat Ihnen Ihr Spiegel nicht ſchon mehr als hundertmal und noch beſſer geſagt, als ich al⸗ ter Mann es kann, daß— nun, nun ich bin ja ſchon ſtill! Sie brauchen weder zu erröthen, noch ungehalten darüber zu werden, daß unſer Herrgott das Weib zu ſeinem Meiſterſtücke geſchaffen hat. Aber, da ich auf den Spiegel zu ſprechen komme, ſo meine ich, daß der Herr Förſter neben Ihnen recht wohl thät, wenn er ſich in