Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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in den Haaren gleich aus der Haut fahren zu wollen! Was würde er erſt machen, wenn er an meiner Stelle wäre! Ich, ein Fürſt, ſtelle jetzt den Haarabſchneider und Haarkräusler vor! Zwar pfuſchen die meiſten meiner fün⸗ geren Officiere dem Friſeur in die Kunſt, tragen Kamm und Spiegel ſtets bei ſich und kämmen des Tages wohl hundertmal Kopf⸗ und Barthaar glatt. Aber lachen muß ich, wenn ich bedenke, wie ein ungeſchickter Friſeur⸗ gehilfe einem hochgelahrten Profeſſor einen mehrwöchent⸗ lichen Stubenarreſt auflegen kann.“

Horſa ſchritt nun ſchärfer zu, um die Haartour an ihren Herrn zu bringen. Derſelbe, ein Hof⸗ und Me⸗ dieinalrath, tobte ſchon ſeit geraumer Zeit in ſeinem Zim⸗ mer herum: 1

„Iſt denn heute der Teufel an allen Orten los?“ rief er zornig aus.„Alles läßt mich im Stiche! Erſt der Barbier und nun der Friſeur! In meiner alten Haar⸗ tour kann ich doch unmöglich zu meinen Patienten fah⸗ ren und gleichwohl habe ich deren, wo von einer Stunde Verzug Leben und Tod abhängt. Vom Dienſt möchte ich den Scholle bringen, ſo wüthend bin ich auf ihn.“

Wenn wir immer wüßten, durch welche Kleinigkeiten die einflußreichſten Menſchen oft ſich leiten laſſen, durch welche Geringfügigkeiten Schlachten verloren oder gewon⸗ nen, Reiche geſtürzt oder erhoben, Glück oder Unglück über ganze Länder geführt werden und zwar durch ſterb⸗ liche Menſchen, die der Sklave irgend einer gering ſchei⸗ nenden Gewohnheit oder Perſon ſind!

Horſa, der Friſeurgehilfe, lernte viel, was ihm als Fürſten verborgen geweſen war.