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Das erſte Schauſpiel ſeit Horſa's Entthronung ward gegeben. Der Exfürſt war unter dem Beiſtande ſeines Meiſters beſchäftigt, aus zahmen Statiſten ſchwarz⸗ gelockte und ſtarkbebärtete Römer zu machen. Dafür durfte er auch, hinter den Couliſſen ſtehend, dem Schau⸗ ſpiele beiwohnen. Daſſelbe ward zum Prüfſtein für Horſa's Ergebung in ſein unabänderliches Schickſal, in⸗ dem der neue Regent in der fürſtlichen Loge erſchien und von der verſammelten Menge mit großem Applaus be⸗ grüßt wurde. Ueberdieß ſprach die erſte Schauſpielerin vor Anbeginn des Stücks einen Prolog, in welchem Fürſt Ottokar mit einer aufgehenden Sonne verglichen wurde, welche Fruchtbarkeit und Segen über das ganze Land ausſtrömen laſſen werde.
Horſa, welcher nur wenige Ellen von der fürſtlichen Loge entfernt ſtand, verſchlang ſeinen Nebenbuhler mit großen Blicken. Es war eben nicht das Gefühl des Haſſes oder der Rache, welches ſein Herz bewegte, ſon⸗ dern mehr das eines ſchadenfrohen Bedauerns.
„Durchlauchtigſter Fürſt—“ ſprach er in ſeinen Gedanken—„bilden Sie Sich um Himmelswillen nicht ein, daß man es mit Ihnen aufrichtiger meine als mit mir, daß alle dieſe Lobhudeleien und Huldigungen ein Ausdruck der Wahrheit ſeien. Wie lange wird es wäh⸗ ren und man findet auch an Ihnen hunderterlei zu ta⸗ deln und wenn Sie nicht den Leuten insgeſammt die Taſchen voll Goldſtücken hexen können, ſo wird man bald über Sie das Anathema rufen.“
„Marianne!“ ſagte jetzt eine der niederen Schau⸗ ſpielerinnen zu ihrer Nachbarin, welche beide neben Horſa ſtanden und gleichfalls den Fürſten beobachteten—„wie


