Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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kam ihm ſchon ein Dienſtmädchen entgegen gelaufen, zu ihm anhebend:„Machen Sie ſchnell! Mein Herr ſteht wie auf Kohlen! In einer Stunde ſoll er zur Cour ge⸗ hen und ſein Friſeur hat ihn im Stiche gelaſſen.“

Das Mädchen ſchob mit Gewalt den widerſtreben⸗ den Friſeurgehilfen vor ſich hin und in die Siube des bedrängten Herrn.

„Hurtig! hurtig!“ rief dieſer voll Ungeduld und ſetzte ſich auf einen Stuhl in die Mitte des Zimmers.

„Verſchneiden Sie mir mein Sinſushas und richten Sie daſſelbe hofmäßig vor.“

„Aber ich habe weder Scheere, noch Kmmn bei mir—“ verſetzte Horſa ablehnend.

„Sie ſollen beides haben. Hannchen, ſchaffe herzu!“

Jetzt wurde die Sache für Horſa lächerlich. In der beſten Laune begann er ſeinen erſten Verſuch in der haar⸗ kräusleriſchen Laufbahn. Er ſchnitt herzhaft in das harte, ſtruppige Haar des Herrn hinein, den die Magd„Herr Profeſſor“ betitelt hatte. Dann kämmte und überklei⸗ ſterte er den Ueberreſt, der einem Stoppelfelde ähnelte, mit reichlicher Pommade.

Der Herr Profeſſor konnte es kaum erwarten. Wie⸗ derholt fragte er ſeinen Haarkünſtler:„Iſt's bald gut?“ Endlich hieß es:„Ja, es iſt nun gut.“ Doch dem war nicht alſo. Denn kaum, daß der Verſchnittene vor den Spiegel hingeſprungen war und ſich beſchauet hatte, ſo rief er wie vernichtet aus:„Alle Teufel! Verfluchter Kerl! was hat Er gemacht? Donner und Doria! Mein Kopf gleicht ja den hangenden Gärten der weiland Se⸗ miramis! Stufe an Stufe! Ich ſehe aus wie ein abge⸗

ſtochener Kalbskopf! Und in dieſem Anputze ſoll ich mich 6