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kammer ſo gut wie Fürſt Ottokar von Baſilien. Er zog den Tiſchkaſten heraus, in welchem zwei ſilberne Eß⸗ und eben ſo viel Kaffeelöffel lagen. Der letzteren einen überreichte er Horſa mit den Worten:„Hier, Heinrich! da ich keine Frau mehr habe, ſo bekommen Sie die Halb⸗ ſchied meiner Silberkammer zum unentgeldlichen Gebrauche, damit der Uebergang nicht gar zu ſchroff werde.“
Nach dem Frühſtücke ſetzte ſich Scholle hin und ar⸗ beitete an einer ſchwarzen Haartvur, welche er aufzu⸗ friſchen und in Ordnung zu bringen bemüht war.
„Die ſollen Sie nachher ihrem Herrn hintragen—“ ſprach Scholle zu Horſa.„Einſtweilen können Sie wie⸗ der in Ihre Kammer oder in meinen Park gehen.“
Horſa zog das Letztere vor. Er that dieß aber ſehr verſtimmt. Wie? Perücken ſollte er austragen? Das war zu arg, war mehr als man von einem Schau⸗ ſpieler verlangen konnte. Sollte er dem Friſeur rund heraus ſeinen Widerwillen gegen eine derartige Zumu⸗ thung zu erkennen geben? Das Gefühl der Dankbar⸗ keit gegen ſeinen Wohlthäter und Retter ſprach dagegen und in dieſem Streite wußte er nicht, wofür ſich ent⸗ ſcheiden.
Der kleine Garten des Friſeurs lag auf einer Ter⸗ raſſe, von welcher man in die Tiefe und auf niedere Wohnhäuſer herabblickte. Horſa trat an die Brüſtung und ſchante, erſt mit ſich ſelbſt beſchäftigt, hinab. Bald jedoch ward er aus ſeinem Sinnen geweckt. An einem offenen Fenſter ſaß ein ältlicher Schuhflicker in aufge⸗ ſtreiften Hemdeärmeln und mit dem harten Schurzleder angethan. Er hämmerte, nähte und überzog das Hanf⸗ garn mit Pech. Dazwiſchen pfiff und lachte er einem


