Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ſor bern nichts lernen wollen. Bei allen meinen Perücken!

ie ſollen bei mir mehr lernen, als Ihnen Ihre hoch⸗ gelahrten Profeſſoren aus den Büchern gelehrt haben. Gehorſam aber iſt die erſte Pflicht eines Schülers, wie die eines jeden Staatsbürgers. Alſo gehorchen Sie mir und— Sie werden es nie zu bereuen haben. Schauen Sie! jetzt kocht das Waſſer! Nun gieße ich auf— wenig auf einmal und langſam. Außerdem die beſte Kraft in dem Kaffeeſatze zurückbleibt. Glücklich der Menſch, welcher ſo wenig wie möglich die Dienſte Andrer braucht. Nur ein ſolcher iſt ein wahrer Freiherr. Ge⸗ nug jetzt! Laſſen wir den Kaffee noch ein wenig ziehen. Indeſſen holen Sie beim nächſten Bäcker für ſechs Pfen⸗ nige Semmeln. Ich gebe Ihnen mein Wort, daß Ihnen unſer einfaches Frühſtück in Zukunft mindeſtens eben ſo gut ſchmecken, ja beſſer bekommen wird als Ihr bishe⸗ riges fürſtliches.“

Horſa holte die Semmel.„Du biſt ja ein Schau⸗ ſpieler jetzt—“ tröſtete er ſich und ſeinen aufwallenden Hochmuth. Mittlerweile hatte Scholle den Kaffeetiſch bereitet. Obgleich der Friſeur Wittwer war, ſo herrſchte dennoch in ſeiner ganzen Hauswirthſchaft eine gewinnende Sauberkeit. So auch bei dem Kaffeegeräthe. Kaffee⸗ und Rahmkanne, die beiden Taſſen und die Zuckerſchaale waren von ſchlichtem, weißem Porzelan, aber fleckenlos. Der Exfürſt verſpürte zudem einigen Appetit und der⸗ ſelbe half über ſo Manches hinwegſetzen, was außerdem nicht ſo leicht geſchehen wäre.

Als der würzige Morgentrank in der Taſſe rauchte und Meiſter und Gehilfe einträchtig beiſammen ſaßen, hob Scholle lächelnd an:„Auch ich beſitze meine Silber⸗