und ausgekleidet, hatten Eiderdunen und ſeidene Decken ſein Lager gebildet, hatten hohe und niedere Diener ihn umgeben, zahlreiche Wachen ſeiner gehütet. Demohner⸗ achtet wohnte jetzt eine ſo tiefe Ruhe in ſeinem Herzen, als er nie empfunden. Mit der Entäußerung ſeiner Re⸗ gentenwürde hatte er zugleich deſſen ſchwere Sorgen und Gefahren hinter ſich gelaſſen, hatte er ſich lediglich unter Gottes Schutz begeben, welcher ungleich kräftiger iſt als derjenige der Menſchen.
Horſa ſchlief lange und ſüß. Er glaubte noch zu träumen, als er früh erwachte und ſich in ſo fremdartiger Umgebung ſah. Die Stimme ſeines nunmehrigen Herrn und Meiſters brachte ihn aber ſchnell zur Beſinnung.
„Heinrich!“ rief Scholle unten an der Treppe— „herunter!“
Mechaniſch gehorchte der Exregent dieſem Gebote. Er traf den Friſeur in dem Vorhauſe, welches zugleich die Küche vertrat und darum einen polniſchen Kamin in ſich ſchloß.
„Wer nicht arbeiten will, ſoll auch nicht eſſen, nicht einmal trinken—“ ſprach Scholle nach dem Morgen⸗ gruſſe.„Können Sie Kaffee kochen? Gewiß nicht! und haben ihn doch täglich mehr wie einmal getrunken! Hier die Kaffeemühle, da die gebrannten Bohnen! Denn wer das bonum will, muß auch das malum wollen. Alſo mahlen Sie. Dann haben Sie Acht, wann ich aufgieße und den Kaffee filtrire. Es heißt Alles Kaffee gekocht, aber wie!? Kaffee iſt des Weiſen Trank und ſtärkt das Gedächtniß mehr denn der Schneeberger Schnupftabak. Bisher haben Sie den Herrn vorgeſtellt; jetzt ſoll Ihre Lehrzeit beginnen. Nichts können, iſt keine Schande,


