Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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dungsgegenſtände. Die letzten goldenen Strahlen der untergehenden Sonne ſtahlen ſich durch das einzige Fen⸗ ſter herein und zeichneten den Schatten des Weinlaubes, welches auch dieſes Fenſter einrahmte, auf der Decke des Lagers ab. Horſa oder vielmehr Heinrich Tronicke, öff⸗ nete das Fenſter und legte ſich mit halbem Leibe hinaus. Er ſah unter ſich ein Gärtchen von dem geringen Um⸗ fange einiger Ellen, das vor Scholle's Wohnung lag und zu dieſer gehörte. Aus einer Fülle bunter Aſtern, die ihre goldenen Kelchſterne der Sonne zuwendeten, duftete der Reſeda ſüßes, liebliches Arom empor, welches

Horſa in langen Zügen einſchlürfte. Sonderbar! der

Gartenwinkel dünkte ihm jetzt werthvoller als bisher alle ſeine fürſtlichen, weit umfaſſenden Kunſtgärten mit den verſchnittenen Hecken, den ſeltenſten Blumen, der theuern Orangerie, den ſpringenden Waſſerkünſten und kunſtvol⸗ len Marmorbildſäulen. Er kam ſich vor wie ein Schiff⸗ brüchiger, der nach einer ſtürmiſchen Seefahrt auf ein unbewohntes, doch fruchtbares Eiland geworfen worden iſt;— wie ein Lebensmüder, welcher der Außenwelt buntes Gewühl mit der ſtillen Zelle eines Kloſters ver⸗ tauſcht hat, um als Mönch das Ende ſeiner Tage zu beſchließen.

Lange lag Horſa im Fenſter, ſeinen Gedanken nach⸗ hängend. Der Tag verblich; die Nacht mit ihren gold⸗ blinkenden Sternlein zog herauf oder vielmehr hernieder. Immer berauſchender duftete die Reſeda, während die Aſtern ihre Kelche geſenkt und geſchloſſen hatten. End⸗ lich fielen auch dem Exfürſten die Augen zu und er warf ſich, wie er ging und ſtand, auf das Lager hin. Bis⸗ her hatte ihn ein Kammerdiener wie eine Puppe an⸗

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