Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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„Seifried!“ ſprach Horſa, von einem Gedanken durchblitzt—„du wareſt es, der mich mit einer Bibel beſchenkt und in derſelben auf mich paſſende Stellen be⸗ zeichnet hat.“

„Jetzt kann ich es wohl ſagen— ja! mein gnädig⸗ ſter Fürſt! die Bibel kam von mir, der ich Ihnen kein beſſeres Geſchenk zum Antritte Ihrer geſegneten Regie⸗ rung zu machen wußte. Und dieſe Bibel, die durch die Hände Eurer Durchlaucht einen doppelten Werth für mich gewonnen hat, ſoll fortan mir das theuerſte Anden⸗ ken an Ew. Durchlaucht ſein. Doch, während ich ſo plaudere, verſtreicht die koſtbare Zeit zu Ihrer Rettung. Geſchwind, gnädigſter Herr, ſtecken Sie zu Sich, was Sie an Gold und Kleinodien hier beſitzen.“

„Nimmermehr!“ rief Horſa verletzt.„Nicht als Räuber werde ich davongehen!“

„Prinz Ottokar iſt nicht ſo gewiſſenhaft wie Ew. Durchlaucht—“ ſagte Seifried—„dieſer nimmt Ihnen ja Alles, ohne dazu ein Recht zu haben. Und der Kam⸗ merherr von Siegmaringen wird auch nicht ohne Urſache jetzt hier aufräumen laſſen, während die übrigen Herren vom Hofe insgeſammt dem neuen Herrn entgegengeeilt ſind. Was ihm an den Fingern kleben bleibt, wird Zweifel auf Rechnung Eurer Durchlaucht geſchrie⸗ en.“

„Dieſe Uhr—“ ſprach Horſa, eine ſolche zu ſich ſteckend—„war mein, bevor ich Regent ward. So auch dieſer Ring, ein theures Andenken meines Vaters. Und unn laß uns gehen, Alter! Selbſt den Staub von den Stiefeln ſchüttele ich über dieſen Palaſt ab.“