Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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ungezogenes Kind mit den Füßen ſtampfen? Aber frei⸗ lich werden Sie jetzt keine Bewaffneten mehr aus dem Boden hervorſtampfen. Die Zeiten ſind vorüber— und wohl uns, daß dem ſo iſt. Denn die Exdurchlaucht machte ſich bereits recht unangenehm— viſitirte die Taſchen von Dero Dienern und machte, anſtatt ſich um die Außenwelt zu kümmern, den Topfgucker. Nun kom⸗ men die allerliebſten Folgen davon. Sehen Sie, daß eine einzige Hand hier zu Ihren Gunſten ſich erhebt? Warum haben Sie den armen Schluckern nicht einmal die Broſamlein von Ihrer Tafel gegönnt! Vorwärts, ihr Leute! ſputet euch. Sereniſſimus kann ſchon in der nächſten Stunde hier ſein.“

Wirklich ſchickten ſich die feilen Menſchen an, des Kammerherrn Befehle zu erfüllen. Es blieb daher dem Fürſten nichts übrig, als ſich in ſein anſtoßendes Schlaf⸗ kabinet zurückzuziehen, deſſen Thüre er hinter ſich ver⸗ riegelte.

„Wir werden bald nachkommen!“ rief ihm der Kammerherr nach.

Horſa ſchritt das Gemach auf und ab. Alles kam ihm wie ein neckender Traum vor. Sich die Stirn rei⸗ ben, ſprach er zu ſich ſelbſt:„Welch' ein jäher, uner⸗ warteter Wechſel! Habe ich denſelben verdient, veran⸗ laßt? War ich wirklich meinen Unterthanen ein Tyrann? Habe ich meine Herrſcherpflichten gröblich vernachläſſigt oder verletzt?“

Dieſes Selbſtgeſpräch ward durch das leiſe Knarren einer Tapetenthür unterbrochen, die ſich öffnete und in welcher Seifried, ein greiſer Diener des Fürſten, ſich zeigte.