Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
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damit die treuloſen Bürger, die ihm den Einzug in Ihre Reſidenz verwehren wollen.“

„Meinetwegen ſoll kein Menſchenleben geopfert wer⸗ den—“ rief Horſa ergriffen.„Nie werde ich mich einem Volke als Regent aufzwingen. Eilen Sie zum Oberſten und ſagen Sie ihm dieß. Er ſoll augenblick⸗ lich alle Feindſeligkeiten gegen das Volk einſtellen. Ich werde mich in das Privatleben zurückbegeben, aus wel⸗ chem man mich wider meinen Willen gezogen hat.“

„Wenn man Ew. Durchlaucht dieß geſtatten wird!—“ erwiederte Strauchwitz trauernd.„Ein Uſurpator pflegt nur zu oft Jeden aus dem Wege zu räumen, deſſen Per⸗ ſon ihm in der Folge ſchädlich werden kann. Wohl möglich, daß das Volk ſpäter wieder zur Einſicht gelangt und den vertriebenen Fürſten zurückwünſcht. Darum fürchte ich für die Freiheit, ja ſelbſt für das Leben Eu⸗ rer Durchlancht.“

„Keinen Widerſpruch, lieber Benno!“ antwortete Horſa.„Sie vollziehen meinen Willen, entſtehe auch für mich daraus, was da wolle.“

Der Adjutant eilte fort und Horſa kehrte in ſein Zimmer zurück, welches dem Stadtgewühle fern lag.

Der Fürſt, welcher nichts hören und ſehen wollte, hatte auch dazu Muße, indem Alles um ihn her wie ausgeſtorben war. An die Stelle des geſchäftigen Hoflebens war eine wahre Todtenſtille eingetreten, der Schwall der Diener, Schmeichler und Schranzen verſchwunden.

Horſa warf ſich in die ſchwellenden Kiſſen eines Sopha und vertiefte ſich in das Leſen eines Buches.

Eine geraume Weile verſtrich. Da öffnete ſich plötz⸗ lich die Zimmerthüre und hereintrat an der Spitze einer