„Leider iſt ſie in der That gegen Ew. Durch⸗ laucht—“ berichtete Strauchwitz.„Prinz Ottokar und Ihre hieſigen heimlichen Feinde haben die Bürgerſchaft durch Sendlinge bearbeiten laſſen und ſie durch lügen⸗ hafte Vorſpiegelungen von Ew. Durchlaucht abgewendet.“
„Ew. Durchlaucht—“ meldete ein herbeieilender Diener—„auf dem Neumarkte läuft das Volk zuſam⸗ men. Zu welchem Zwecke? kann ich nicht ergründen.“ „Laſſen Sie uns ſelbſt nachſchauen, mein Fürſt—“ ſprach Strauchwitz.
Beide begaben ſich durch die langen Zimmerreihen und Gänge des weitläufigen Schloßbaues und blickten hinter dem Verſtecke eines niedergelaſſenen Rouleau's auf den Marktplatz hinab, wo immer drohendere Volksmaſſen ſich drängten. Man ſah unter ihnen einzelne Reiter, welche die Haufen lebhaft anredeten und zum Bewaffnen aufforderten. Bald erſcholl das Geſchrei:„Nieder mit dem Tyrannen! Es lebe Prinz Ottokar! Hoch!“
„Wie?“ ſprach Horſa verwundert—„ſehe ich recht? Sind jene Reiter, welche das Volk gegen mich aufwiegeln, nicht meine angeſehenſten Beamten?“
„Sie ſind's!“ betheuerte Strauchwitz.„Da Ihr Stern, mein Fürſt, im Verbleichen iſt, ſo beeilen ſie ſich in Zeiten, einem neuen zu huldigen, ſelbſt wenn derſelbe ein Irrſtern iſt. Aber nur Geduld! Oberſt Lichtenfels wird dieſe elenden Spießbürger, die ihre Kraft im Schreien und Drohen ſuchen, mit blutigen Köpfen heim⸗ ſchicken. Ueber Leichen und rauchende Trümmern nur ſoll Prinz Ottokar den Weg zu Ihrem Throne finden. Da! Hören Sie Geſchützdonner? Lichtenfels begrüßt


