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ihm Stehenden. Ich frage Sie jetzt nicht als Fürſt, ſondern als Ihr alter Freund: Was rathen Sie mir?“
„Mein Fürſt—“ entgegnete der Adjutant—„wenn ich den Geſichtspunkt feſthalte, daß das Heer nicht des Generals wegen, ſondern dieſer des Heeres wegen da iſt: ſo würde ich mich unbedingt für den Oberſt von Lich⸗ tenfels entſcheiden.“
Horſa ſchwieg auf dieſe Antwort.
Nach langem Berathen und Ueberlegen erhielt der älteſte Miniſter den erledigten Vorſitz und ein alter Rath die unterſte Miniſterſtelle. Ein bisher in ausländiſchen Dienſten geſtandener Reichsgraf und weitläufiger Ver⸗ wandter Horſa's wurde zum Oberbefehlshaber des Hee⸗ res ernannt und dem Generallieutenant von Moſting der höchſte Orden als ein Schmerzenspflaſter für die erlittene Zurückſetzung verliehen.
Nach einigen Wochen ſprach Horſa unter Lachen zu ſeinem Freunde Strauchwitz:„Stellen Sie ſich vor, Benno! man will mich verheirathen! Mich, der ich vor 5 Monaten erſt 18 Jahre alt geworden bin! Meine mir vorgeſchlagene Braut zählt bereits 25 Jahre und ſoll et⸗ was herrſchſüchtiger Natur, dabei eben nicht reizend ſein. Aber mein Geſandter am großherzoglichen Hofe zu Trip⸗ tis eröffnet mir die beſtimmte Ausſicht, daß nur durch dieſe Heirath ein ſehr vortheilhaftes Handelsbündniß zwiſchen meinem und dem Nachbatlande zu Stande kom⸗ men könne. Iſt denn mein Herz ein bloßer Waaren⸗ ballen, den man zu dem höchſtmöglichen Preiſe losſchla⸗ gen darf? Wenn ich einſt heirathe, ſo will ich aus Liebe eine Gattin wählen, die mich wieder liebt und mit wel⸗ cher ich glücklich zu werden hoffen kann. Mein Geſandter


