Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Miniſter ſtrich drei Wörter in der Anſprache aus und ſetzte eben ſo viel andere, wenn auch nicht beſ⸗ ſere, an die Stelle, ließ jene dann vom Kabinetskanz⸗ liſten in's Reine ſchreiben und überreichte ſie als ſein Machwerk dem Fürſten zum Auswendiglernen.

Dieſer ſprach, in ſeinem Prunkzimmer auf⸗ und ab⸗ gehend, das Papier in der Hand, zu ſeinem eintretenden Adjutanten:Ach liebſter von Strauchwitz, Sie ſehen mich verßtießlich. Da hat mich mein Premierminiſter mit einer langen Rede beglückt, die ich auswendig lernen und an das Volk halten ſoll. Von je her hab' ich nicht gern memorirt, viel weniger gepredigt. Als Redner werde ich mich ſchlecht ausnehmen, fürchte ich. Am Ende bleibe ich mitten in der Rede ſtecken und blamire mich.

Ein Glück, daß der Oberceremonienmeiſter nicht

zugegen iſt verſetzte der Adjutant lächelndEr würde ſich über das Wortblamiren, von einem und über einen Fürſten gebraucht, entſetzt haben. Durchlaucht dürfen als regierender Herr nicht mehr ſo frei und rück⸗ haltlos reden, wie früher der apanagirte Prinz Horſa. Sodann geſtehe ich offen, daß, wenn ich um den ſo wohl⸗ feilen Kauf einer Anſprache zur Herrſchaft über ein ſchö⸗ nes, geſegnetes Land gelangen könnte, ich mich zum Ab⸗ halten von zehn Reden verſtehen würde. Umſonſt iſt nur der Tod ſagt das Sprüchwort.

Benno ſagte der junge MonarchSie är⸗ gern mich. Wie? nicht einmal frei reden ſoll ich dürfen als Fürſt?

Dies darf der Fürſt am allerwenigſten ant⸗ wortete StrauchwitzDerſelbe muß jedes Wort erſt