—
Wer aber bürgt mir, daß er auf dem eisglatten Hofbo⸗ den nicht zum Straucheln komme? Ich mag mein her⸗ ziges Kind nicht dem Raſerümpfen vornehmer Gecken und Hofdamen ausſetzen, nicht ihre Seele vergiften laſſen durch Schmeicheleien, nicht ihr Lebensglück vernichten.“
Horſa zeigte dadurch, indem er dieſe ziemlich anzüg⸗ lichen Worte ſeines Schwiegervaters unwiderlegt ließ, daß er wirklich den Fürſten abgelegt habe. Die Abgeſandten aber wendeten bei ihrem Sturmlaufen gegen Horſa's Her⸗ zen immer wirkſamere Mittel an. Nachdem ihre leichten Plänkler, ihre Huſaren und ihre Infanterie zurückgewor⸗ fen worden waren, ließen ſie die ſchwere Reiterei, ja zu⸗ letzt die Leibgarden vorrücken.
Die ſchwere Reiterei beſtand in dem Oberförſter Henneberg und deſſen Sohne Eduard, welcher Letzterer ſein etwas lahm gebliebenes Bein durch einen Stock un⸗ terſtützen mußte. Als er in Begleitung ſeines Vaters aus der Menge vortrat, verhüllte Horſa voll männlicher Scham ſein Antlitz mit beiden Händen. Denn der junge Mann war Horſa's Nemeſis, welche ihn an den ſtraf⸗ barſten Augenblick ſeines ganzen Lebens erinnerte.
„Durchlaucht—“ hob der Oberförſter an—„erin⸗ nern ſich, daß Sie in meinem Hauſe einſt gaſtfreundliche Aufnahme gefunden haben. Soll ich dafür noch länger mit den Meinen als ein Verbannter fern von meinem theuern Vaterlande leben? In Ihrer Macht ſteht es, die Heimath und mit ihr zugleich mein ehrenvolles Brot, meine frühere Wirkſamkeit mir zurück zu geben. Zwar iſt mir nicht unbekannt geblieben, daß die Geldſummen, die wir im Auslande von Zeit zu Zeit durch die Poſt erhalten haben, von„ Hand gekommen und ſauer
Nieritz, Fürſtenſchule. 9


