Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Warum, meine geliebte Anna? Hier haben wir keine Paſcher und keinen Feind zu fürchten.

Wohl wahr! Aber unſer Glück iſt ſeither ſo groß geweſen, daß mir vor einem Unglücke bangt.

Ei! ei! denkt meine chriſtliche Anna ſo heidniſch? ſprach Horſa, ihr mit dem Finger drohend.Doch, vorwärts,

meine Kinder! Mein Magen meldet ſich mit Ungeſtüm.

Horſa reiten will! ſagte der Kleine und Horſa, der Vater, hob ihn auf das Sattelpferd, ſorglich ihn be⸗ hütend. Als der kleine Zug am Bauernhofe anlangte, trat demſelben eine Anzahl wohlgekleideter Männer ent⸗ gegen, welche voll Ehrerbietung ihre Hüte vor dem jun⸗ gen Landmanne zogen und unter einer tiefen Verneigung ihm naheten. Ihr Antliß zeugte von der tieſſten Er⸗ ſchütterung und in den meiſten Augen glänzten Zähren der gewaltigſten Rührung.

Horſa entfärbte ſich, denn er ſah lauter wohlbekannte Geſichter aus ſeiner Fürſtenzeit um ſich und daß ein Ver⸗ ſtellen hier nicht anwendbar ſei. Bald jedoch hatte er ſeine Faſſung wiedergewonnen. Grüßend nahm er ſeinen Stroh⸗ hut ab und ſagte mit ruhiger Würde und Freundlichkeit:

Ich heiße Sie willkommen, meine Herren! Doch, was führt Sie hierher? Wollen Sie fuhr er lächelnd fort ſehen, wie Cincinnatus ſeine Rüben baut, oder wie Oſiris hinter dem Pfluge hergeht? Aber Sie finden nur einen gewöhnlichen, jedoch höchſt glücklichen Adams⸗ ſohn, welcher im Schweiße ſeines Angeſichts ſein Brot erbaut und keinen andern Wunſch kennt, als immer ſo glücklich ſein zu dürfen. Sie werden mir glauben meine Herren, wenn ich Ihnen ſage, daß dieſe meine geliebte Frau und meine kerngeſunden Kinder ſind.