Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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gen war. Ob der abgewieſene Freier Anna's, Herr Scheibner, ſeine Hand mit dabei im Spiele gehabt oder ob Anna's Entführung nur ein Werk des undankbaren Caspar's geweſen war, konnte nicht ermittelt werden, in⸗ dem Caspar's Tod, verurſacht durch Horſa's mörderiſchen Schlag, den die beſte Aufklärung geben könnenden Mund des Rädelsführers für immer verſtummen gemacht hatte. So hatte auch hier die Nemeſis ihren vergeltenden Arm gezeigt!

Die mit Vater Schmidts Wohlſtande ſteigende Un⸗ ſicherheit an der Grenze durch das Paſchergeſindel, der überhand nehmende Drack durch die fürſtliche Regierung, endlich aber und insbeſondere die Sorge für Horſa's Sicherung führten den Vater Schmidt zu einem großen Entſchluſſe. Er verkaufte in aller Stille ſeine Beſitzung, zog ſeine außenſtehenden Gelder ein und machte ſich zum Eigenthümer eines Landgutes, welches, im Nachbarſtaate gelegen, neben der Landwirthſchaft auch noch dieſelben Erwerbszweige zu betreiben geſtattete, durch die Vater Schmidt ſeinen Wohlſtand erlangt hatte.

An einem ſchönen Sommerabende, welcher die Land⸗ bewohner noch auf den Feldern rüſtig arbeiten ließ, hielt vor dem Gaſthauſe des Dorfes Müggendorf ein ſchwer bepackter Reiſewagen an, aus welchem fünf ländlich ge⸗ kleidete Reiſende ausſtiegen. Während die Pferde gefüt⸗ tert wurden, begaben ſich jene nach der Dorfkirche, deren hohe Fenſter auf der einen Seite von grünen Linden be⸗ ſchattet, auf der andern von den Strahlen der ſinkenden Sonne vergoldet wurden. Dienſtfertig nahte ſich des Schulmeiſters Magd, um den Fremden die Kirchthüre zu öffnen. Dieſe traten in die heiligen, wunderſam erleuch⸗