Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Vor einer größeren Noth pflegt eine kleinere in der Regel zurückzutreten. So auch hier. Schon in der näch⸗ ſten Minute hatte Horſa Lärm im Hauſe gemacht, die Hausthüre geöffnet und dort den Urſprung des Feuers in dem Theerſiedehauſe erkannt. Unter dem Rufet Feuer! Feuer! eilte Horſa dem brennenden Gebäude zu. In deſſen Nähe ſtrauchelte er über den Nachtwäch⸗ ter, welcher in völlig trunkenem Zuſtande an der Erde lag. Der herbeiſpringende Schmidt fand bereits Horſa in voller, angeſtrengter Thätigkeit, den Flammen Einhalt zu thun. Bald füllte ſich die Brandſtätte mit den Be⸗ wohnern der Niederlaſſung. Schnell jedoch überzeugte man ſich von der Unmöglichkeit, den in Brand gerathenen Theer mit Waſſer löſchen und das Gebäude erhalten zu können. Die weitere Verbreitung des Feuers über die benachbarten Häuſer zu verhindern, war die alleinige Aufgabe der Helfer. Und dies thaten ſie denn mit un⸗ geheurer Anſtrengung, indem ſie das brennende Siede⸗ haus niederzureißen und jede Verbindung mit den zu⸗ nächſt gelegenen Gebäuden abzuſchneiden ſuchten. Eine völlig ruhige Luft unterſtützte dieſe Beſtrebungen.

In einem Augenblicke der Erſchöpfung, wo Horſa ſeinen Aermen eine kurze Ruhe vergönnte, glaubte dieſer einen gellenden Schrei in der Ferne zu vernehmen. War dem in der That ſo oder dies nur eine geiſtige Wechſel⸗ wirkung, in welcher zwei innig ſich liebende Weſen mit einander ſtehen?

Wo iſt Anna? rief Horſa, Frau Schmidt unter den arbeitenden Frauen erkennend, derſelben zu.

Noch im Wohnhauſe! verſehte dieſe. ie ver⸗ ſprach aber, ſogleich nachzukommen. 8*