Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Horſa wendete noch alle Ueberredungskünſte an, um Anna's Vater umzuſtimmen; doch gelang ihm dies nicht.

Jetzt, da Horſa Anna's Beſitz verlieren ſollte, fühlte er doppelt deſſen ganzen Werth. Er klagte die Vorſehung an, daß ſie ihn als einen Fürſtenſohn hatte geboren wer⸗ den laſſen und wenn einſt der Beſitz vieler ebenbürtiger Ahnen der heißeſte Wunſch ſo manches ehrgeizigen Er⸗ denſohnes war: ſo hätte dagegen Horſa Alles darum ge⸗ geben, eines Bettlers oder Landmannes Sohn zu ſein.

So ſehr ſich auch Vater Schmidt in Acht nahm, ſein bisheriges liebevolles Betragen gegen Horſa zu verändern, ſo merkten die Seinen nur zu bald, daß etwas Unan⸗ genehmes zwiſchen ihm und Horſa vorgefallen ſein müſſe, und dieſe Beobachtung erfüllte ſie mit großem Kummer, beſonders die Braut und deren Mutter, welcher Vater Schmidt nicht undeutlich zu verſtehen gab, ſich mit den Vorbereitungen zur Hochzeit nicht zu beeilen.

Vergebens verdoppelte Horſa ſeinen Fleiß und ſeine Anſtrengungen im Dienſte ſeines künftigen Schwieger⸗ vaters. Vergebens beſtürmte er dieſen mit flehendlichen Bitten um Aenderung ſeines harten Entſchluſſes. Dies⸗ mal beſtand Schmidt auf demſelben und erklärte Horſa rund heraus, daß, wenn dieſer nicht die Hand zu einer weniger auffälligen Trennung des geſchloſſenen Verlöb⸗ niſſes bieten wolle, er ſich gezwungen ſähe, dieſes auf ge⸗ waltſamere Weiſe zu thun.

Dieſe Erklärung verſetzte Horſa in die größte Ver⸗ zweiflung, die um ſo nagender war, weil er ſie allein zu tragen hatte. Mehrmals ſtand er ſchon im Begriff, das Geheimniß ſeiner Geburt Anna mitzutheilen und ſich in ihr eine Verbündete gegen den Vater zu gewinnen, aber

Rieritz, Fürſtenſchule. I.