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ein hölliſcher Betrug! O meine Anna! Brich entzwei, armes Herz!“ Er verhüllte ſein Angeſicht, das weinende!
„Um Gott!“ rief Horſa erſchrocken aus.„Was re⸗
det Ihr doch wunderlich, Vater? Kann ich etwas dafür, daß ich fürſtlich geboren worden bin? Ich ſpielte eine kurze Zeit die Rolle eines Fürſten auf dem Welttheater und ſie ekelte mich ſo ſehr an, daß ich froh war, als ich eine bäuerliche Rolle übernehmen durfte. Bin ich nicht jetzt ärmer denn Ihr, mein Vater?“
„Und wenn Sie, mein Fürſt, ein Bettler wären—“
„Vater! Vater!“ unterbrach Horſa den Kohlenbren⸗ ner—„wollt Ihr mich meinen Feinden verrathen? Bin ich nicht mehr Euer Sohn?“
„Nein! nicht mehr!“ verſetzte Schmidt feſt.„Ein Köhler darf nicht eines Fürſten Vater ſein. Ja, Hein⸗ rich! wäreſt Du ein Bettler, unehelich geboren, ja, ſelbſt eines Freiknechts Kind— ich würde um Anna's Glückes willen Dich zum Schwiegerſohne angenommen haben. Aber ein Fürſt?! Nimmermehr!“
„Was habe ich denn verbrochen, mein Vater?“ klagte Horſa.„Warum ſoll mein voriger, unglücklicher Stand mir das ganze Glück meines Lebens rauben?“
„Weil meine herzige Anna unglücklich würde!“ ſprach Schmidt.„Weil der vormalige, groß erzogene Fürſt gar bald meines ſchlichten, einfältigen, ungebildeten aber ſeelen⸗ guten Kindes überdrüßig werden und es dann von ſich ſtoßen würde, wie man eine weichhölzerne Spinde aus dem königli⸗ chen Prunkzimmer entfernt. Wie der Roſenſtrauch unter dem Schatten einer ſtolzen, mächtigen Eiche würde mein Kind verkümmern und dahin ſiechen. Wer wird das ſtolze
Schlachtroß eines Welteroberers neben eine Kuh vor den


