Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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ſie zuſammen. Des Paares Roſenzeit begann, in welcher Alles in ſchönerem Lichte erglänzt, der Fuß nicht mehr geht, ſondern hüpft und ſchwebt und der Himmel voller Geigen hängt. Frau Schmidt dagegen ſah bereits ihren Linnen⸗ und Bettfedervorrath durch und dachte an die Ausſtattung ihres Töchterleins.

„Heinrich, wie ſteht's?“ fragte ſpäter Vater Schmidt den überglücklichen Horſa—„haſt Du ſchon für Dein Taufzeugniß und den Todtenſchein Deiner Aeltern ge⸗ ſorgt? Beide ſind nöthig, wenn wir das Aufgebot bei dem Herrn Pfarrer beſtellen.“

Gleich einem Donnerſchlage traf dieſe Frage auf Horſa.

„Taufzeugniß? Todtenſchein?“ ſtammelte er erblei⸗ chend.„Glaubt man nicht, daß ich getauft und eine Waiſe bin?“

„Wir glauben es—“ verſetzte Schmidt lächend— „der Geiſtliche aber muß Schwarz auf Weiß ſehen, wenn er ein Paar aufbieten und trauen ſoll. Freilich, an ſo etwas denkt Ihr junges Volk nicht und darum muß das Alter Euch an ſolche Erforderniſſe erinnern.“

Von welchen Kleinigkeiten zuweilen das menſchliche Glück abhängt! Hier waren es zwei Stückchen beſchriebe⸗ nen Papiers, welche die Vereinigung eines liebendes Paares zu hindern drohten. Horſa zerbrach ſich faſt den Kopf, auf welche Weiſe er ſich zu helfen vermöchte. Das, was ſelbſt dem geringſten Unterthan nicht vorenthalten werden kann und darf: Taufzeugniß und Todtenſchein—