Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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ein Meer von Empfindungen durchwogte jetzt den jungen Mann! Dieſe durchbrachen ihre geiſtigen Schranken und theilten ſich dem Körper mit, welcher die wunderlichſten Bewegungen begann. Mit beiden Händen fuhr er ſich in die Haare, um ſie weidlich zu raufen. Mit beiden Fäuſten ſchlug er Bruſt, Aerme und Schenkel. Mit glei⸗ chen Füßen ſprang er empor, daß die Dielen erkrachten und die ganze Stube erbebte. Er fühlte ſich verſucht, den Schläfer zu packen und ihn als Fangeball empor zu werfen. Er walkte die Bettſtücken ſeines Lagers zuſam⸗ men und kehrte das Unterſte zu oberſt. Alles dies aus Freude. Dieſe wich ſpäter wieder der Muthloſigkeit, als er bedachte, daß der wohlhabende Kohlenbrenner dem armen, heimathloſen Flüchtling die Hand ſeiner Tochter verweigern könne. So weit war es mit dem vormaligen Landesfürſten gekommen, ſo tief deſſen einſtiger Stolz herabgeſunken! Bald jedoch gewann die Freude wieder die Oberhand und Horſa warf ſich endlich, der froheſten Hoffnungen für die Zukunft voll, auf ſein Lager, um es mit Tagesanbruch ſchon wieder zu verlaſſen.

Zärtlich küßte er zum Morgengruße Stephan, in welchem er den geliebten Schwager ſchon erkannte und ging dann in die Wohnſtube hinab. Hier fand er Anna und deren Mutter, beide innig verſchlungen und die Au⸗ gen voll Thränen. Als Horſa eintrat, entwand ſich Anna den mütterlichen Aermen und warf, hocherglühend, Horſa einen Blick zu, in welchem Scham, Liebe und Bangigkeit ſich ausprägten. Die Jungfrau glich einer Roſe am Morgen, die ihren Kelch zum erſtenmale der Sonne er⸗ ſchließt und von dieſer den blitzenden Thautropfen als Verlobungsring empfängt. Horſa ging auf Frau Schmidt