Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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„Oh!—“ entgegnete Anna—„ich hab' es dem Vater ſchon rund heraus grſagt⸗ dnß ich den Scheibner nicht leiden kann.“

„Endlich wird aber doch Einer kommen—“ ſagte Horſa beklommen—„den Du leiden kannſt.“

„Nein, beſtimmt nicht!“ verſicherte Anna feſt.

„Anna! Anna! wenn Du von hier fortgängeſt— wenn Du, ach Gott! die Frau eines andern Mannes würdeſt: Tod S es! Anna! es muß heraus— das Herz drückt mir's ſonſt ab— Anna! ich— ich liebe Dich! Gut war ich Dir immer— wie ich Dich aber geſtern an der Gränzſäule erblickte— da ſagte eine Stimme zu mir: Dieſe oder Keine! Anna! zürne mir nicht— ich bin ein armer Menſch— aber kann ich da⸗ für, wenn Du mein Herz an Dich gezogen haſt?“

Hier ſchwieg Horſa, einer Antwort entgegen harrend. Anna ſchwieg auch eine ganze Weile. Dann ſagte ſie mit veränderter, zitternder Stimme und 90 leiſe:„Iſt das Euer wahrer Ernſt, Heinrich?“

„So wahr Gott über uns iſt!“ betheuerte Horſa. „Wie kannſt Du doch in meine Worte einen Zweifel ſetzen?! Ach, theure, heiß geliebte Anna! was habe ich zu hoffen? Was zu firchtens Willſt Du mir keine Antwort geben?“

Eine ſtumme Minute verſtrich, die dem Prinzen zum Jahre wurde. Endlich ſagte Anna ſtockend:

„Sprecht— mit meinem Vater— mit meiner Mut⸗ ter— Gute Nacht!“

Anna's Haupt verſchwand, das Fenſter ſchloß ſich. Auch Horſa zog Kopf und Schultern herein, nachdem er ſeine gefaltenen Hände gen Himmel erhoben hatte. Welch'