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„Mein lieber Heinrich! ſei unverzagt. Du haſt zwar Deine guten Aeltern verloren, wir aber wollen Dir ihre Stelle nach Kräften zu erſetzen ſuchen. So ſind auch Deine fleißigen Hände und Dein guter Kopf ungleich mehr werth als die Erbſchaft in klingender Münze und dabei weniger der Vergänglichkeit ausgeſetzt als Geld. Nunmehr aber laßt uns der trüben Gedanken entſchlagen und das Feſt des Wiederſehens durch eine fröhliche Mahl⸗ zeit und etliche Flaſchen Wein feiern.“
Mitternacht war vorüber, als Horſa, von den Er⸗ eigniſſen des geſtrigen Tages auf das Lebhafteſte ergrif⸗ fen, ſein ruheloſes Lager verließ. Stephan Schmidt da⸗ gegen genoß den tiefen, ſüßen Schlaf der Jugend und eines leichten Weinrauſches. Er vernahm daher nicht, daß ſein Gefährte den Rock überwarf, das Fenſter öffnete und die heiße, volle Bruſt der milden Nachtluft darbot. Die Sabbathruhe einer ſchönen Mainacht lag über die Natur ausgegoſſen. Ueber dem Walde dunkler Fichten leuchtete des Vollmonds freundliches Antlitz hernieder und zauberte jenen duftigen, dünnen Nebel hervor, unter deſ⸗ ſen Schleier Erlkönigs Töchter ihren Reigen tanzen. Die Gebäude der Schmidtſchen Niederlaſſung ſchliefen, wie Alles rings umher. Nicht einmal des Wächters Ruf, eines Hundes Gekläff, einer Katze Nachtgeſang ſtörte die feierlich hehre Stille. Dieſe äußere Ruhe ſenkte ſich auch in Horſa's Herz hernieder und erfüllte daſſelbe mit dem lebhafteſten Dankgefühle gegen den Weltregierer, welcher


