Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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und in einen Buſch entführte, woher laut ſprechende Stimmen tönten. In dem nächſten Augenblicke lag Anna ſchluchzend an ihres Vaters Bruſt, welcher, darüber er⸗ ſchrocken, voll Angſt ausrief:„Was iſt Dir begegnet, mein Kind? Sprich! Ich habe Dich immer gewarnt, daß Du nicht ſo allein und ſo weit von mir Dich entfernen ſollteſt, am allerwenigſten nach der Landesgränze hin, wo des lüderlichen Geſindels genug umherzuſtreichen pflegt.“ „Ach, Vater!“ verſetzte Anna, unter Thränen lä⸗ chelnd—„Er iſt wieder da! Er hat uns nicht vergeſſen — nur lange krank iſt er geweſen. Dort kommt er!“ Anna verſteckte ſich hinter ihrem Vater, um ihre Thrä⸗ nen zu verbergen und zu trocknen.

Vater Schmidt und Horſa begegneten ſich auf hal⸗ bem Wege. Ihre Herzen ſchlugen freudig an einander und in ſtiller Verklärung ſchaute Anna der Umarmung der beiden Männer zu. Dann traten auch die Holzhauer näher und begrüßten mit derbem Händedrucke und freund⸗ lichem Willkommen den alten, lieben Bekannten. Nach dem erſten Freudenerguſſe wendete ſich Vater Schmidt an einen fremden, wohlgekleideten Mann, welcher mit ſicht⸗ lich verſtimmter Miene der Wiederfindungsſcene beige⸗ wohnt hatte, und ſagte lächelnd, indem er auf Horſa zeigte:„Sehen Sie da, Herr Scheibner! das verlorne Schaf, das ſich nun von ſelbſt wiedergefunden hat. Wenn ich es auch nicht auf meine Achſel lege, ſo laſſe ich doch ſeinetwegen jetzt alles Andere, um heimzugehen und den Meinen zuzurufen: Freuet euch mit mir, denn ich habe

mein Schaf wieder gefunden. Vorwärts alſo, Kinder!

und laßt uns meine Frau und meinen Stephan mit der Freudenbotſchaft überraſchen.“ 3