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Anna ſah ihn mit beſorgtem Blicke und mitleidsvoll an.„Seid Ihr denn nun ieder ganz wohl?—“ fragte ſie ängſtlich.
„Ja!“ ſprach Horſa—„und hier pofe ich mich vollends auszuheilen, wenn ja noch eine kleine Schwäche zurückgeblieben ſein ſollte. Aber, liebe Anna! beinahe hätte ich Dich nicht wieder erkannt. Du biſt in dem Jahre ſo groß geworden, ſo hübſch und—“ Abermals ſtockte Horſa in der Rede, weil er bemerkte, daß die be⸗ lobte Schöne ſtärker denn zuvor erglühte und ihr Auge um Einhaltung der Schmeicheleien zu bitten ſchien.
Auch ſuchte Anna dem Geſpräche eine andere Wen⸗ dung zu geben, indem ſie beklommen ſagte:„Der Vater iſt nicht weit von hier. Erweiſet den Holzhauern Bäume an, die gefällt werden ſollen. Er vergäbe es mir nicht, wenn ich ihn nicht ſogleich von Eurer Ankunft benach⸗ richtigte.“
Damit ſchritt Anna voran und Horſa folgte ihr, die herrliche Geſtalt des Mädchens mit ſeinen Blicken ver⸗ ſchlingend. Beide Hände preßte er vor ſeine Bruſt. „Guter Gott!“ ſprach er in ſich hinein—„wenn dieſer Schatz noch unerhoben wäre! Wenn er mein würde! Alle Kronen und Reiche gäbe ich für ihn hin. War ich denn ſonſt blind? Mußte erſt die Trübſal der argen Welt mich den ganzen Werth dieſes geiſt⸗ und leiblich reizenden Weſens erkennen laſſen?“
Während dem war Anna's Schritt immer raſcher und hüpfender geworden. Die Freude des Wiederſehens ſchien ihrem ſchönen Körper eine ungewöhnliche Schnell⸗ kraft verliehen zu haben. Plötzlich verwandelte ſich ihr Hüpfen in raſches Laufen, welches ſie aus Horſa's Augen


