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ten berührt, blickte das Mädchen raſch empor. Schnell wie ein getroffener Hirſch ſprang ſie in die Höh. „Anna!“ tönte es von des jungen Mannes— „Heinrich!“ von des Mädchens Lippen. Beide erhoben die Aerme, einander zu umfangen. Anna jedoch ließ die ihrigen in dem nächſten Augenblicke wieder ſinken und ſtand, mit Purpur übergoſſen und mit zur Erde geſenk⸗ tem Blicke, verſchämt da. Dann zupfte ſie verlegen an der Schürzenſchleife und ſtammelte tiefathmend:„Seid ſchön willkommen, Herr Heinrich! Wir glaubten ſchon, daß Ihr uns vergeſſen hättet. Wie iſt's Euch ergangen?“ Heinrich oder Horſa vermochte nicht zu antworten. Seine Augen verſchlangen in ſtiller Bewunderung die in vollendeter Schönheit vor ihm ſtehende Anna. Ja, dieſe war die reizendſte und zugleich züchtigſte aller Jung⸗ frauen, die ſein Auge bisher geſehen hatte. Und dieſem Schatze hatte er den Rücken gekehrt, um einem eiteln Schattenbilde nachzujagen! Auch Horſa hatte die ausge⸗ breiteten Aerme wieder fallen laſſen, weil er ſich nicht mehr für würdig und berechtigt hielt, dieſe friſchen Ko⸗ rallenlippen zu küſſen oder den unentweihten Leib der Jungfrau zu umfangen. Als jedoch Anna ſchüchtern ihr naſſes, blitzendes Auge zu ihm erhob und eine Antwort von ihm zu verlangen ſchien, da erfaßte er im Vollmaaße ſeiner Gefühle beide Hände des Mädchens und drückte ſie an ſeine hochſchlagende Bruſt. „Anna!“ ſprach er mit zitternden Tönen—„wie hätte ich jemals Deiner und der Deinigen vergeſſen kön⸗ nen! Wie gern wäre ich ſchon längſt wieder gekommen! „Aber es iſt mir ſehr übel ergangen— Monate lang war ich krank und—“ Er ſtockte und ſchwieg.


